Das Schloßtheater im 19. Jahrhundert

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts hört die Schloßobrigkeit auf, für das Theater bedeutenderes Interesse zu zeigen. Die große Bühne und der Zuschauerraum entsprachen offensichtlich nicht den Vorstellungen über ein geeignetes Milieu, in dem die Familienmitglieder und ihre Freunde nur für sich allein spielen konnten. Das alles war auch der Grund dafür, warum die Schwarzenberger schon im Jahre 1778 ein anderes Theater auf dem Schloß in Hluboká nad Vltavou errichteten.

Plan des Schlosstheaters in Český Krumlov aus dem Jahre 1879

Zu Beginn des Jahres 1814 erweckte das Theater das Interesse von wandernden Theatergesellschaften, und diese spielten hier auch - selbstverständlich mit dem Einverständnis des Besitzers - ab und zu bis zur Schließung des Theaters im Jahre 1898. Auf dem Programm standen meistens deutsche populäre Possen. Im Jahre 1864 spielte hier aber auch eine Operngesellschaft aus Linz anspruchsvolle Opern von Flotow, Donizetti, Meyerbeer und Verdi. Gegeben wurden auch tschechische Vorstellungen. Im Jahre 1891 spielten hier die örtlichen Laienspieler drei tschechische Einakter. Weitere tschechische Vorstellungen in der Realisierung durch das Städtische Theater in České Budějovice waren im Jahre 1896 zwei Opern: Verdis "La Traviata" und Smetanas "Die verkaufte Braut". Der letzte Mieter war die Theatergesellschaft des Vendelín Budil aus Plzeň am 29. und 30. Mai 1897 mit der Oper "Der Kuß" von Bedřich Smetana und dem "Kleinen Lord" von M. Burton.

Plakat des Auftritts der Schauspielergesellschaft von Vendelín Budil im Schlosstheater, 1897, Foto:Lubor Mrázek

Durch einen Beschluß der Bezirkshauptmannschaft in Český Krumlov war es vom Jahre 1898 aus Sicherheitsgründen nicht mehr gestattet zu spielen. Das Verbot wurde einige Zeit respektiert, und im Theater fanden einige wenige Vorstellungen in den Jahren 1903 und 1906 statt.

(om)